Mit dem Bike nach Le Havre |
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Dienstag, 9. August 2011, 1. Etappe, Rothrist-Kruth 130 km, 520 hm. Nach einer guten Nacht, nochmals im eigenen Bett, und ausgiebigem
Frühstück starte ich um 07.40 Uhr in Rothrist auf meine 1.
Etappe Rothrist-Kruth. Schon bald merke ich, dass mein Garmin nicht
richtig arbeitet. Es zeigt die Geschwindigkeit nicht richtig oder gar
nicht an. Auch die Kilometer sind alles andere als korrekt. Einige
Male halte ich an um Einstellungen vorzunehmen aber sie bringen nichts.
Auf dem Hauenstein halte ich kurz um ein Foto zu machen. Mittwoch, 10. August 2011, 2. Etappe, Kruth-Villers-les-Nancy 139 km, 610 hm. Nach einer ruhigen Nacht erwache ich um 06.00 Uhr und beschliesse
noch ein bisschen liegenzubleiben. Gegen 06.30 Uhr stehen wir auf und
Heinz macht Frühstück. Die Nacht war mit etwas mehr wie 9
Grad relativ kalt. Nach dem Frühstück mache ich mich auf,
die 500 Höhenmeter auf den Pass Col du Bramont zu erklimmen. Die
Steigung ist angenehm und so komme ich gut voran. Bei der Abfahrt und
auch später noch habe ich Mühe meine Finger warm zu halten,
wäre mit Ganzfinger Handschuhe besser angezogen. Die Gegend der
westlichen Vogesen ist sehr schön und ich geniesse die Fahrt in
vollen Zügen. Donnerstag, 11.08.2011, 3. Etappe Villers-les-Nancy-Vitry-les-Francoise, 132 km, 682 hm. Um 8.00 Uhr starte ich heute zur 3. Etappe nach Vitry-les-Francoise.
Erst geht es ganz flott voran, die Temperatur ist angenehm, eher kühl.
So ab 10.00 Uhr fängt der Westwind immer stärker an mir ins
Gesicht zu blasen. Er wird zum Teil so stark, dass ich bergab die Kette
hinten auf der 4 Scheibe habe um überhaupt gegen den Wind vorwärts
zu kommen. Ich bin dankbar für jede Sträucher Gruppe und
jedes Strassenbord das mir für eine kurze Zeit den starken Wind
abhält. |
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Freitag, 12. August 2011, 4. Etappe Vitry-les-Francoise-Crecy-la-Chapelle, 136 km, 984 hm. Ab Vitry-les-Francoise bin ich mit einem gut ausgefüllten Spickzettel
gestartet für den Fall, dass die RN 4 wieder als Autostrasse markiert
ist und ich die mit dem Bike nicht befahren darf. Zu meinem grossen
Glück musste ich keine Umwege fahren und konnte die N4 bis Esternay
befahren. Das heisst es ging 81 km geradeaus. Immer hoch auf eine Kuppe
um wieder ins Thal runterzugehen und dann die nächste Kuppe zu
erklimmen. So kamen auf die 136 km noch 984 Höhenmeter dazu. Samstag, 13. August 2011, 5. Etappe Crecy-les-Chapelle-Maison-Laffitte, 95 km, 544 hm. Heute trödle ich ein wenig beim Frühstück, denn die Etappe scheint mit 73 km sehr kurz zu sein. Ich will sowieso in Paris ein bisschen den Sehenswürdigkeiten nachfahren. Der Weg nach Paris ist nicht so leicht zu finden da mein Navi mich immer auf die Autobahn nehmen will. Nach 45 km Suchfahrt bin ich nun über den Phériéferique und das Navi hat jetzt die Route die auch mit dem Velo gefahren werden darf. So komme ich von Vecennes her zügig und über abenteuerliche Gassen in die Stadt und an den Place Bastille. Über die Ile de France fahre ich zum Eifelturm und wieder zurück an den Place Concord. Von da geht es die Champs Elysées hinunter resp. hinauf bis zu Arc de Triomphe um da eine halbe Runde drum herum zu fahren und weiter Richtung La Défense. In La Défense ist es wieder schwer den Weg Richtung Maison Laffitte zu finden. Mit der Zeit, und dank dem Navi, das mir immer die Richtung zeigt die eigentlich gefahren werden sollte, habe ich den Weg doch noch gefunden. Später halte ich bei einer Pizzeria an und esse eine Calzzone. Frisch gestärkt nehme ich die letzten paar Kilometer unter die Räder und bin schon bald an meinem Tagesziel. In Maison Laffitte angekommen werden meine Kindheitserinnerungen wieder wach und ich fahre den Park bis zum Hippodrome ab und stelle fest, dass es immer noch das gleiche Labyrinth ist wie anno dazumal. Später fahre ich zum Camping und sehe, dass ich anstelle der voraus gesagten 73 km, deren 95 km gefahren bin. Auch heute war ein starker Westwind und genau beim Eiffelturm hat es ziemlich stark zu regnen begonnen. Sonntag, 14. August 2011, 6 Etappe, Maison Laffitte-Barentin, 152 km, 1248 hm. In der Nacht hat es sehr stark geregnet, jedes
Mal wenn ich aufgewacht bin, habe ich mich auf die Fahrt mach Jumièges gefreut. Am Morgen
war es dann auch so, nur wenn es geschneit hätte wäre es
schlechter gewesen. Nach einer Stunde hat sich dann das Wetter verbessert
und ich konnte die Fahrt gegen den Wind durch schöne Täler
und Wälder geniessen. Das Navi hat mich auch über unbefestigte
Strecken geführt und ich war froh, dass es so gut geklappt hat.
Sonst wäre ich irgendwo im Wald gewesen und hätte weder vor
noch zurück gefunden. Montag, 15. August 2011, 7. und vermeintlich letzte Etappe, Barentin-Le Havre, 68 km (111 km), 474 hm. Am Morgen nach dem Frühstück, die Frau hatte zu Glück
keinen Dienst, und so kam ich mit auschecken schnell voran und konnte
mich auf die Reise machen. Ich dachte mir, dass das noch eine kurze
Rolleretappe werde und ich gemütlich ins Ziel fahren könne.
Ich hatte aber nicht mit der schnellen Verschlechterung der Kette und
dem grossen Ritzel gerechnet, dass sich in Paris zum ersten Mal bemerkbar
gemacht hat. Die Kette sprang richtig auf dem Ritzel und vom Ritzel
nach aussen mal nach innen, einfach wies gerade passte. Die meiste
Zeit musste ich auf dem mittleren Blatt fahren und der Westwind war
mein treuer Bremser. Endlich kam ich in Harfleur an und schickte mich
noch die restlichen paar Kilometer nach Le Havre zu machen als ich
vor mir in einem Kreisel eine Rennvelogruppe sah. Einer der Fahrer
hatte einen Velodress mit Schweizerkreuz und jetzt wollte ich die Gruppe
unbedingt einholen und sie fragen woher sie kommen. Das war leider
nicht so einfach, da ich nicht auf das grosse Ritzel schalten konnte
und die Rennfahrer, in der Gruppe sowieso schneller sind musste ich „nabeln“ wie
blöd. Nach einigem kämpfen, gelang es mir dann doch die Gruppe
einzuholen und hörte schnell, dass sie Französisch sprachen.
Ich überholte sie bis zum Mann mit Schweizerkreuz und frage ihn
ob er aus der CH käme und er bejahte. Natürlich wollte ich
wissen woher sie seien und wie sie hergekommen sind, da erklärte
er mir, dass er den Dress im Internet bestellt und gekauft habe, weil
ihm die Farbe und die Schweiz gefalle. Dienstag, 16. August 2011, Zusatzschlaufe Le Havre-Harfleur-Horfleur, 70 km, 424 hm. Am Morgen um 09.00 Uhr telefonierte ich mit Heinz
und er teilte mir mit, dass er einen neuen Reifen montiert bekommen
habe und in Kürze
die Fahrt nach Harfleur antreten werde. Ich sagte ihm dass ich die
paar Kilometer nach Harfleur mit dem Bike zurücklegen werde und
wir uns auf dem Campingplatz so gegen Mittag treffen würden. Auf
der Fahrt nach Harfleur bin ich noch Umwege gefahren und mir Sachen
anzuschauen, denn ich hatte ja genug Zeit. Am Mittag in Harfleur angekommen
wollte ich mich zu Camping durchfragen, habe aber ziemlich schnell
herausgefunden, dass es in Harfleur keinen Campingplatz gibt. Bei einem
weiteren Telefonat mit Heinz, gab er mir den Namen des Campings an
und ich ging mit diesem auf das Touristenbüro. Die junge Frau
sah mich mit grossen Augen an und sagte, dass es in Harfleur keinen
Campingplatz gebe und sie diesen Namen noch nie gehört habe. Nach
langem Suchen kam sie darauf, dass dieses Camping in der Nähe
von Horfleur ist, auf der anderen Seite der Seine, so 30 km von Harfleur
entfernt. Ich teilte Heinz die neue Erkenntnis mit und er sagte, dass
er mich auf der anderen Seite der Brücke erwarte. Die ca. 20 km
zur Brücke nach Tancarville hatte ich relativ schnell da nun einmal
der Wind mit mir war. Leider war Heinz nicht auf der anderen Seite
der Brücke - da er mich beim Pont de Normandie erwartete. Da wäre
ich auch gerne darüber gefahren weil viel näher, doch alle
Zufahrten mit Velofahrverbot belegt waren. Und auf der mir zur Verfügung
stehenden Karte war alles als Autobahn eingezeichnet. So mit dem letzten
bisschen Akku haben wir uns doch noch gefunden. Das Bike wurde aufgeladen
und vor den Pont de Normandie transportiert. Im Restaurant haben wir
uns als erstes mit einem Mittagessen gestärkt und anschliessend
habe ich die Brücke mit dem Fahrrad überquert. Denn nur so
konnte ich auch anhalten und ein paar Fotos machen. Walter Müller
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